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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe T:

Tabernakel

(von lateinisch: tabernaculum = Hütte, Zelt) Es bezeichnet ein Kästchen oder auch Schränkchen im katholischen Kirchenraum, in dem die geweihten Hostien aufbewahrt werden. Da nach katholischem Verständnis die einmal geweihten (konsekrierten) Hostien "Fleisch Christi" bleiben, bekommen sie einen besonderen Aufbewahrungsort: In alten Kirchen ist das Tabernakel oft in die kunstvollen Hochaltäre integriert. In moderneren Kirchenbauten ist das Tabernakel selbst Objekt kunstvoller Ausgestaltung.

Der Name erinnert an die Stiftshütte des alten Israel, in der die Kultgegenstände wie die Bundeslade und die Schaubrote aufbewahrt wurden. (2. Mose 35-36)

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Talar

Talar nennt man die Kleidung, die evangelische Pfarrer oder Pfarrerin bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen tragen. Es ist ein schwarzer langer Mantel, der mit einer weißen Halsbinde, dem Beffchen (holländisch: befje = kleiner Kragen) geschmückt ist. Der Name "Talar" kommt von dem lateinischen "talus" (= der Knöchel), weil der Mantel bis zum Knöchel reicht.

Der schwarze Talar ist ein typisches Kennzeichen für evangelische Pfarrer/Pfarrerinnen. Martin Luther trug solch einen Talar, als er Universitätsprofessor in Wittenberg war. Der Talar ist also ursprünglich das Gewand des Lehrers an einer Universität und wird dort in ähnlicher Form ja auch noch zu besonderen Gelegenheiten getragen. Erst später ist er zum Gewand der evangelischen Pfarrerschaft geworden.

Damit sollte auch der besondere Charakter des evangelischen Gottesdienstes zum Ausdruck kommen, in dessen Mittelpunkt die Predigt, also die "Belehrung" der Gemeinde über die Bedeutung der biblischen Botschaft steht.

An besonderen kirchlichen Festen wie Ostern wird in manchen Kirchen eine Stola über den Talar gelegt. Die Stola ist eine Art Schal, der in den Farben des Kirchenjahres gewebt ist. In manchen Gemeinden trägt der Pfarrer/die Pfarrerin z.B. bei einer Taufe einen weißen Talar.

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Taufe

Zwar gibt es auch in anderen Religionen rituelle Bräuche, bei denen Wasser verwendet wird, aber eine Taufe, so wie sie von allem Anfang an in der urchristlichen Gemeinde praktiziert wurde und wie sie in den Evangelien Johannes der Täufer praktizierte, ist sonst nirgendwo nachweisbar.

Die Taufe bei Johannes, von dem sich nach den Evangelienberichten auch Jesus taufen ließ, hat in erster Linie Bußcharakter. Johannes ruft angesichts des seiner Meinung nach bevorstehenden Einbruchs des Reiches Gottes zur Umkehr und zur Reinigung auf, um damit dem kommenden Gericht Gottes zu entkommen. Dieser Reinigungsakt könnte sich auf 2. Könige 5 beziehen, wo der Prophet Elia den aramäischen Hauptmann Naaman durch Untertauschen im Jordan von seinem Aussatz heilt. Elia ist im Neuen Testament immer wieder die Folie für Messias-Erwartungen.

Die Taufe der ersten Christen unterscheidet sich hiervon nicht durch den Vollzug, wohl aber durch die inhaltliche Bedeutung: Die Taufe ist hier die Aufnahme in den neuen Bund Gottes mit den Menschen, sie ist bei Paulus der symbolische Nachvollzug von Tod und Auferstehung Jesu, wobei das Untertauchen dem Tod und das wieder Auftauchen der Auferweckung entspricht. Damit wird zugleich deutlich, wer nach diesem Verständnis in der Taufe eigentlich handelt, nämlich Gott. Dieses Verständnis, dass die Taufe ein Handeln Gottes an dem Menschen deutlich macht, nämlich die liebende und bedingungslose Annahme, ist der wesentliche Bedeutungszusammenhang der Taufe. Taufe ist demnach ein Geschenk, das benutzt werden will.

So wie Jesus in seinem Tun und Reden den Menschen die überschwängliche Liebe Gottes zuspricht und ihnen gleichzeitig auch ein Übermaß an neuen Handlungsmöglichkeiten eröffnet ("Liebet eure Feinde, bittet für die, die euch verfolgen." Matthäus 5,44) und auch verlangt, so spricht auch die Taufe von der großen Vorgabe Gottes, die auf eine entsprechend lebenspraktische Antwort des Menschen zielt.

Auch wenn Jesus selbst nicht getauft hat und - im Gegensatz zum Abendmahl - sich auch keine direkte Einsetzung der Taufe nachweisen lässt, so ist die Taufe doch mit dem Abendmahl zusammen die wichtigste sakramentale Handlung des Christentums, weil sie die Botschaft Jesu in einer symbolischen Handlung ganz und gar zum Ausdruck bringt.

Die Taufe ist darüber hinaus das einzige wirklich ökumenische Sakrament. Sie wird von den verschiedenen christlichen Konfessionen untereinander anerkannt, sofern sie auf den Namen des dreieinigen Gottes mit Wasser vollzogen wird.

Weitere Fragen beantwortet unsere Seite "Wie is das?"

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Taufkleid

Auch im evangelischen Bereich ist die Tradition des Taufkleides oft noch bekannt, wenn sie auch - nicht zuletzt durch das in der Regel höhere Lebensalter der Taufkinder - zunehmend aus der Mode kommt. In manchen Familien aber gibt es noch ein altes Taufkleid, dass von Generation zu Generation weiter gegeben wird und den Täuflingen bei der Taufe angezogen wird.

Ursprünglich war das Taufkleid ein schlichtes, weißes Gewand, dass den Täuflingen nach der Taufe als äußerliches Zeichen der Reinheit angezogen wurde. Von der Taufe, die in der Osternacht stattfand, bis zum darauffolgenden Sonntag (daher: Weißer Sonntag) trugen die Täuflinge in der Alten Kirche dieses Gewand.

In den orthodoxen Kirchen bekommen die Taufkinder auch heute noch das Taufkleid erst nach der Taufe, die ja als Ganzkörpertaufe mit anschließender Salbung vollzogen wird, angezogen.

In der westliche Kirche wurde im Mittelalter das Taufkleid durch ein mit einer Kapuze versehenes Mäntelchen ersetzt, das "Westerhemd", das - wie heute noch in der katholischen Kirche üblich - den Täuflingen nach der Taufe aufgelegt wurde. Auch Martin Luther kannte diese Tradition und behält sie in seinem Taufbüchlein von 1526 ebenso bei, wie andere Reformatoren. Bringt dieser Ritus doch anschaulich zum Ausdruck, was Paulus im Brief an die Galater schreibt: "Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen." (Kap. 3, Vers 27).

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Taufspruch

Es entspricht guter evangelischer Tradition, dass Menschen an bestimmten Eckpunkten des Lebens, wie z.B. bei der Taufe, der Konfirmation, der Trauung, bei Jubiläen und auch bei der Bestattung ein biblisches Geleitwort gesagt bekommen. Dieses Wort kann entweder ein Zuspruch, ein Segenswort, oder auch eine Bitte oder ein Wort der Hoffnung sein. In jedem Fall bringt es zum Ausdruck, dass das, was an diesem Tag an kirchlicher Begleitung geschieht, auf Zukunft hin ausgelegt ist, eine Zukunft, die unter dem Zuspruch Gottes stehen soll und steht.

Wir haben deshalb auf unserer Service-Seite Vorschläge für solche biblischen Worte als Download bereit gestellt. mehr...

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Trauung

Siehe hierzu die Ausführungen auf unserer Seite "Amtshandlungen"

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Trinität

Das sogenannte trinitarische Dogma, nach einem langwierigen Prozess auf dem zweiten ökumenischen Konzil im Jahr 381 in Konstantinopel beschlossen und im Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel festgehalten, stellt neben der Jungfrauengeburt für den neuzeitlichen Menschen wohl das größte theologische Problem dar.

Am leichtesten verständlich ist es wohl, wenn man vom Gedanken der Vermittlung Gottes an den Menschen einerseits und den biblischen Epochen andererseits ausgeht:

Dabei steht am Anfang die Vermittlung Gottes durch die Schöpfung und durch den Bund mit dem Volk Israel. Durch diese Vermittlung erfahren wir etwas grundlegendes von Gott, als dem Ursprung des Lebens, als Befreiung und Wegbegleitung in der Geschichte Israels.

Nach christlichem Glauben aber hat sich Gott eben auch durch Leben und Sterben Jesu Christi uns Menschen mitgeteilt und zwar auf ebenso entscheidende und gültige Art.

Die Frage aber, die sich schon den neutestamentlichen Autoren stellte, als die unmittelbar erwartete Wiederkunft Christi ausblieb, war und ist: Ist die Vermittlung Gottes an uns Menschen mit dem Wirken Jesu abgeschlossen, oder geht sie weiter? Und die Antwort auf diese Frage ist die Lehre vom Heiligen Geist, in und durch den Gott sich weiter mitteilt und in dem auch Jesu Wirken unter uns lebendig bleibt.

Mit der Trinitätslehre soll die Beziehung der Vermittlungen Gottes festgehalten werden, sie sollen nicht als neben- oder nacheinanderstehend, oder gar einander ablösend gedacht werden, wie es häufig in der christlichen Geschichte geschehen ist, wenn die Wirkung des Heiligen Geistes verabsolutiert wurde, sondern sie sollen aufeinander bezogen bleiben und auch als wechselseitiger Maßstab gelten.

Das griechische Denken des ausgehenden Altertums konnte diesen Zusammenhang nicht anders darstellen als in Form einer Art Personenlehre, was dazu führte, dass zum Beispiel Juden und Moslems bis zum heutigen Tag das Christentum im Verdacht haben, den Monotheismus, also den Glauben an ein einzigen Gott aufgegeben zu haben. Tatsächlich aber hat die Trinitätslehre auch jüdisch-liturgische Wurzeln: Im Gottesdienst des Jerusalemer Tempels hatte das Dreimalheilig aus Jesaja 6,3 seinen festen Platz. Nach jüdischer Auslegung wird dieser Ruf von zwei Seraphen, zwei Engelgestalten gerufen, die vor dem Thron Gottes stehen. Der frühchristlichen Theologie war diese Auslegung bekannt, der Namen mit Wort und Weisheit wiedergegeben werden. Im christlichen Verständnis wird daraus Christus, als das Wort Gottes, und der Heilige Geist, als die Weisheit Gottes.

Im Kirchenjahr wird diese wohl schwierigste Teil der christlichen Lehre am Sonntag nach Pfingsten, am Sonntag Trinitatis bedacht.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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