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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe P:

Palmsonntag

Der Palmsonntag ist der sechste Sonntag der vorösterlichen Fastenzeit und der Beginn der Karwoche. Der Name erinnert an das Evangelium dieses Sonntags, in dem vom Einzug Jesu in Jerusalem berichtet wird. Die zum Passahfest dort bereits versammelten Festpilger begrüßten den auf einem Esel in die Stadt einreitenden Jesus, in dem sie von den Palmen Zweige abschnitten und ihre Mäntel auf den staubigen Weg breiteten. (Matthäus 21, Markus 11, Lukas 19, 29ff, Johannes 12, 12ff)

In vielen Kirchengemeinden hat dieser Sonntag auch dadurch eine besondere Bedeutung, dass an ihm früher die Konfirmationen stattfanden. Da das Schuljahr seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland mit den Osterferien endete (die bundesweite Umstellung auf die Sommerferien erfolgte erst 1967), und für viele Jugendliche die Regelschulzeit nur 8 Schuljahre umfasste, fielen Schulabschluss und Konfirmation damit oft zusammen. Noch heute ist der Palmsonntag deshalb ein beliebter Tag für die Feier von Konfirmations-Jubiläen.

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Papst

(lateinisch = Vater, Bischof) bezeichnet den Bischof von Rom und das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Nach römisch-katholischer Vorstellung sind die römischen Bischöfe direkte Nachfolger des Jesu-Jüngers Simon Petrus, dem Jesus - einzelnen Aussagen der Evangelien zufolge - die Leitung der christlichen Gemeinde übertrug. Petrus sei später erster Bischof von Rom gewesen, wo er auch den Märtyrertod erlitt. Ein offensichtliches Märtyrergrab unter der römischen Peterskirche gilt als das Grab des Petrus.

Historisch gesehen sind an dieser Sicht der Dinge erhebliche Zweifel angebracht. Weder ist die römische Gemeinde von Petrus gegründet worden, noch gab es in der Zeit der Anwesenheit des Petrus in Rom schon ein monarchisches Bischofsamt, wie es das Papstamt in späterer Zeit darstellt. Vielmehr war die römische Gemeinde zwar Hauptstadtgemeinde des römischen Reiches, durch zahlreiche Verfolgungen und die Wirksamkeit der beiden wichtigsten Apostel Petrus und Paulus auch besonders ausgezeichnet. Eine besondere Vorrangstellung der römischen Gemeinde aber lässt sich für die ersten nachchristlichen Jahrhunderte nicht nachweisen. Spätestens seit dem zweiten Jahrhundert versuchen die römischen Bischöfe ihre Stellung gegenüber den älteren und lange Zeit einflussreicheren Bischofsstühlen Kleinasiens zu stärken. Erst durch unterschiedliche historisch glückliche Umstände konnte das römische Bischofsamt im Westen des römischen Reiches seine Vormachtstellung festigen. Die Ostkirche (die heutigen orthodoxen Kirchen) hat dieses "Primat" des römischen Bischofsamtes nie anerkannt.

Die Festigung seiner kirchlichen und weltlichen Macht beschäftigt die römische Kirche noch durch das ganze Mittelalter hindurch. Verbindlich ausformuliert wurde die katholische Lehre vom Primat des Papsttums erst durch das Vatikanische Konzil im Jahre 1870. Wobei solche dogmatischen Aussagen immer Lehrentwicklungen auch über lange Zeiträume zusammenfassen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Lehre von der "apostolischen Sukzession", wonach sich das Papstamt direkt und lückenlos auf Petrus zurückführen lässt, ein theologisches und historisches Konstrukt des 2. Jahrhunderts, hinter dem bereits die Absicht steht, eine durchgängige Linie der apostolischen Tradition auf dem römischen Bischofsstuhl zu zeichnen.

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Parament

Die genaue Bedeutung des aus dem lateinischen kommenden Begriffs Parament ist unklar. So etwa könnte damit "das Bereitete" gemeint sein, vielleicht kommt es aber auch von para mensam (= den Tisch bereiten). Gemeint ist damit im weitesten Sinne der gesamte Kirchenschmuck, im engeren Sinne die (textile) Bekleidung des Altars und der Kanzel, die sich meistens nach den liturgischen Farben des Kirchenjahres richtet.

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Passahfest

(auch Pessach oder Pascha) Das jüdische Fest erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten (2. Mose 12). Dort wird berichtet, wie die Israeliten unmittelbar vor ihrer Flucht ein Lamm schlachteten, die Türpfosten mit dem Blut bestrichen, das Lamm über offenem Feuer brieten und dazu ungesäuertes Brot verzehrten.

Noch heute sind gebratenes Lamm und ungesäuertes Brot (Mazzen) wichtige Bestandteile des Festmahles, das am Abend des ersten Frühlingsmondes gefeiert wird (Sederabend). Weitere Symbolspeisen, wie die bitteren Kräuter, die an die Bitterkeit der Sklaverei erinnern, oder das Fruchtmus "Charoseth", das an die Lehmziegel erinnert, die die Israeliten im Sklavendienst fertigen mussten, gehören dazu, außerdem auch Wein. Das Essen folgt einer festen Liturgie mit Segenssprüchen und Gebeten, wobei der jüngste am Tisch die traditionellen Fragen stellt, die von dem Ältesten beantwortet werden. So wird die Tradition von Generation zu Generation weitergegeben und damit die Hoffnung und das Vertrauen auf den befreienden Gott. Immer wieder ist das Volk Israel in den Jahrtausenden seiner Geschichte in Unfreiheit, Abhängigkeit und Unterdrückung geraten. Das die römische Besatzungsmacht zur Zeit Jesu bei dem insgesamt 7 Tage dauernden Fest recht nervös war, lässt sich vor diesem Hintergrund leicht nachvollziehen und auch, dass sie mit jedem, der auch nur im Entferntesten als Befreier Gottes, als Messias, auftrat, kurzen Prozess machten.

Bis zum heutigen Tag bleibt traditionell ein Platz am Tisch frei, für den Messias, wenn er kommt.

Auch Jesus feierte mit seiner Anhängerschar an seinem letzten Abend in Jerusalem dieses Passahmahl. Ausdrücklich heisst es in den neutestamentlichen Texten: "Nach dem Mahl nahm der das Brot...". Jesus ergänzte also die Passahfeier durch die Deutung von Brot und Wein als Zeichen der leibhaftigen Erinnerung an seinen Tod. Wenn es aber ein Passahmahl war, das dort gefeiert wurde, dann ist klar, dass es nicht nur Jesus und seine 12 Jünger waren, die dort feierten, denn das Passahmahl wird mit der ganzen Hausgemeinschaft gefeiert und die Anwesenheit mindestens eines Kindes ist nahezu unerlässlich. (s.o.)

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Passionszeit

Mit Passions- oder Fastenzeit werden die Wochen vor Ostern bezeichnet. Das Wort Passion kommt vom griechischen 'Pascho' (Leiden) und erinnert damit an den Weg Jesu ans Kreuz. Die Passions- oder besser Fastenzeit (weil es in ihr eigentlich um eine Vorbereitungszeit, ähnlich wie die Adventszeit, geht) beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit der Karwoche, genauer gesagt, mit dem Karsamstag (und nicht 'Ostersamstag', wie er oft fälschlicherweise in den Medien genannt wird!). Dazwischen liegen die sechs Sonntage der Fastenzeit, die ihren (lateinischen) Namen von dem Anfang des jeweiligen Wochenpsalms haben:

Invokavit:
Reminiscere:
Okuli:
Lätare:
Judika:
Palmarum:
Er rief mich an, darum will ich ihn erhören (Ps. 91, 15)
Gedenke Gott an deine Barmherzigkeit (Ps. 25,6)
Meine Augen sehen auf Gott (Ps. 25,15)
Freue dich Jerusalem! (Jes. 66,10)
Richte mich, Gott! (Ps. 43,1)
Der Name erinnert an Jesu Einzug in Jerusalem!

Allgemein wird diese längste christliche Fastenzeit mit 40 Tagen angegeben, da seit der Synode von Benevent im Jahr 1091 die Sonntage als österliche Feiertage ( Tag der Auferstehung Christi) nicht mitgezählt werden. Die Zahl 40 spielt in der Bibel an drei zentralen Stellen eine Rolle, in denen es um Vorbereitungszeiten geht:

  • Die Wüstenwanderung des Volkes Israel nach der Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei (2. Mose) wird als Zeit der Läuterung des immer wieder Gott misstrauenden Volkes dargestellt, bevor sie in das verheißene Land einziehen dürfen. 40 Jahre soll diese Wanderschaft gedauert haben.
  • 40 Tage und Nächte wandert der Prophet Elia durch die Wüste zum Heiligen Berg Horeb, um dort Gott zu begegnen. (1. Könige 19)
  • 40 Tage soll auch Jesus in der Wüste gefastet haben, bevor er zum ersten Mal öffentlich in Galiläa auftritt.

So ist schon durch die Dauer die Passions- bzw. Fastenzeit als Vorbereitungszeit auf Ostern gekennzeichnet. In dieser Zeit waren früher Belustigungen aller Art, ja selbst Hochzeiten untersagt. Auch heute noch sollen wenigsten in der Karwoche keine kirchlichen Trauungen stattfinden. In der gottesdienstlichen Liturgie der Fastenzeit wird statt des Jubelrufes 'Halleluja' ein schlichtes 'Amen' von der Gemeinde als Antwort auf die Schriftlesung gesungen.

Wie die Adventszeit, so trägt auch die Fastenzeit die liturgische Farbe 'Violett'.

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Patenamt

Das Patenamt ist ein geistliches Amt. Wenn sich in der Anfangszeit des Christentums jemand zur Taufe meldete, musste ein Glied der Gemeinde für den Taufbewerber eine besondere Bürgschaft übernehmen. Während der Vorbereitung auf die Taufe war dieses Gemeindeglied dann als "Patrinus" (geistlicher Vater) für den Täufling verantwortlich. Hieraus hat sich unser heutiges Patenamt entwickelt. Noch heute ist es zum Beispiel in den christlich-orthodoxen Kirchen bei der Säuglingstaufe üblich, dass der Pate/die Patin vor Beginn der Taufhandlung im Vorraum der Kirche stellvertretend für den Täufling das Glaubensbekenntnis spricht. Darin kommt die besondere Verantwortung des Patenamtes zum Ausdruck:

  • Die Paten sind Zeugen der Taufe; sie können - falls ein Taufschein aus irgendwelchen Gründen verloren gehen sollte - bezeugen, dass jemand getauft ist. Aus diesem Grund müssen Paten bei der Taufe anwesend sein und können sich nur im äußersten Notfall vertreten lassen durch einen "Taufzeugen". Die Namen der Paten werden im Taufbuch (Taufregister) der Gemeinde, in der jemand getauft wird, festgehalten und auf dem Taufschein eingetragen.
  • Die Paten sollen als "geistliche Eltern" den Getauften helfen, in den Glauben und die Gemeinde hineinzuwachsen. Bei der Säuglingstaufe sprechen die Paten mit der Gemeinde das Glaubensbekenntnis und übernehmen zusammen mit den Eltern die Verantwortung für die christliche Erziehung der Kinder.
  • Beim Taufgottesdienst werden Eltern und Paten gefragt:
    "Die Eltern dieser Kinder haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Sie erklären sich damit bereit, für die Gemeinde, in die das Kind hinein getauft wird, Verantwortung zu übernehmen. Sie sollen mithelfen, dass aus Ihrem Patenkind ein guter Christ wird. Wenn Sie dazu bereit sind, dann antworten Sie bitte: Ja, mit Gottes Hilfe!"

Wie Paten sich im einzelnen um ihre Patenkinder kümmern, wird je nach der räumlichen Entfernung, dem Alter der Paten und dem der Patenkinder verschieden sein. Auf jeden Fall sollten sie bereit sein, für ihre Patenkinder zu beten, sie zu besuchen, sich Zeit zum Gespräch mit ihnen zu nehmen und ihnen auch praktische und gegebenenfalls materielle Hilfe zu leisten. Kinder, auch ältere Täuflinge, freuen sich, wenn sie spüren, dass ihre Paten an ihnen Anteil nehmen. Paten können so zu wichtigen Vertrauenspersonen werden, die ihrem Patenkind in manchen Zeiten vielleicht auch kameradschaftlicher begegnen können als Eltern oder Lehrer. Wer als Pate oder Patin gebeten wird, sollte sich überlegen, ob er oder sie in der Lage ist, dem Patenkind genug Zeit und Interesse zu schenken.

(nach: Evangelischer Erwachsenenkatechismus: glauben - erkennen - leben, Gütersloh 2000, S. 151f)

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Pfingsten

Der Name Pfingsten kommt von dem griechischen Wort hae pentaekostae (haemera), der 50. Tag, ursprünglich nach dem jüdischen Passahfest gerechnet, denn Pfingsten geht auf das zweite große jährliche Fest des Volkes Israel zurück, das am Ende der Getreideernte gefeiert wurde (in der jüdischen Tradition "Wochenfest" genannt, da es 7 Wochen nach der Darbringung der Erstlingsgarbe am Fest der ungesäuerten Brote (Passah) gefeiert wurde.

An diesem Wochenfest, oder eben Pfingsten genannten Feiertag spielt die vom Evangelisten Lukas im zweiten Kapitel seiner Apostelgeschichte beschriebe Geschichte von der Ausgießung des Heiligen Geistes. Mit dieser Geschichte beginnt in der theologischen Konzeption des Lukas die Zeit der Kirche, weshalb das Pfingstfest heute auch häufig als Geburtstag der christlichen Kirche angesehen wird.
(siehe: liturgische Farben 'Rot')

In Anlehnung an diese Geschichte wurde Pfingsten schon in urchristlicher Zeit zum zweiten großen Tauftermin, nach der Osternacht. Insbesondere in evangelischen Gemeinden wird deshalb heute Pfingsten gerne zu Tauferinnerungsgottesdiensten genutzt.

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Predigt

Die Predigt (aus dem lateinischen = öffentlich bekannt machen) nimmt im evangelischen Gottesdienst die zentrale Stellung überhaupt ein. Durch die Predigt soll die biblische Botschaft an die Gemeinde vermittelt, ihre Bedeutung für das Leben verdeutlicht und zugleich die Gemeinde belehrt und zum Glauben eingeladen werden. Sie zielt auf den mündigen, sich seines Glaubens bewussten und bekenntnisfähigen Christen und ist deshalb auch so etwas wie die Fortsetzung des kirchlichen Unterrichts.

Um der Beliebigkeit vorzubeugen gibt es zu jedem Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres vorgeschlagene Bibeltexte (Perikopen). Insgesamt gibt es sechs solcher Perikopenreihen, so dass ein bestimmter biblischer Predigttext erst nach sieben Jahren wieder an der Reihe ist.

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Propst/Pröpstin

Die Bezeichnung geht ursprünglich auf den nach dem abt folgenden Klosteroberen zurück und ging von da aus über auf die Vorsitzenden der Dom- und Stiftskapitel.

In den evangelischen Kirchen sind Aufgaben und Befugnisse der Pröpste und Pröpstinnen sehr unterschiedlich. Allen gemeinsam ist, dass sie in irgend einer Form mit der Leitung der jeweiligen Kirche betraut sind.

Seit der Kirchenreform der EKHN 2010 gehören die insgesamt 6 Pröpste/Pröpstinnen der Kirchenleitung an. Sie "haben den Auftrag der geistlichen Leitung in ihrem Propsteibereich durch die Sorge für die rechte Wortverkündigung undVerwaltung der Sakramente sowie durch den Dienst der Ordination und der Visitation." Sie sind Dienstvorgesetzte der Dekane und Dekaninnen in ihren Bereichen. Sie werden von der Kirchensynode für die Dauer von 6 Jahren gewählt, wobei eine Widerwahl möglich ist.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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