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Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim

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Kleines Lexikon zu Kirche & Glauben

Buchstabe A:

Abendmahl:

- Bedeutung

- Praxis:

In unserer Kirchengemeinde feiern wir Abendmahl in der Regel als Teil des Erwachsenengottesdienstes, und zwar am ersten Sonntag eines Monats, bzw. an jedem ersten hohen Feiertag in folgender Form:

  • Lied nach der Predigt
  • Präfationsgebet
  • "Heilig, heilig, heilig" (Evangelisches Gesangbuch 185.3)
  • Vaterunser
  • Einsetzungsworte (im Wechsel mit der Gemeinde)
  • "Christe, du Lamm Gottes" (Evangelisches Gesangbuch 190.2)
  • Friedensgruß
  • Austeilung
    (Wir stellen uns vor dem Altar in einem großen Halbkreis auf. Auf der Kanzelseite wird im Gemeinschaftskelch Wein ausgeteilt, auf der Seite des Taufbeckens Traubensaft.)
  • Dankgebet

Daneben gibt es aber auch die Form der Andachten in der Advents- und Passionszeit, die die Feier des Abendmahles einschließen.

Auch in Familiengottesdiensten feiern wir häufig Abendmahl, allerdings in einer einfacheren, kindgerechten Form:

  • Überleitung zum Abendmahl
  • Lied: Stellst unsre Füße (So spielt die Kindergottesdienstband 82)
  • Einsetzungsworte (im Wechsel mit der Gemeinde)
  • Vaterunser
  • Lied: Wir teilen Brot ("Die Kerze brennt" 40)
  • Friedensgruß
  • Austeilung
  • Dankgebet

Schließlich gibt es auch die Möglichkeit eines Haus- oder Krankenabendmahles. Diese Form ist immer dann angezeigt, wenn Familienmitglieder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Gemeindegottesdienst teilnehmen können, aber im Familienkreis das Abendmahl feiern möchten. Der/Die Pfarrer/in gestaltet dann im häuslichen Kreis oder auch am Krankenbett eine kleine Abendmahlsfeier.

Auch Eheschließungen oder die gottesdienstliche Feier von Ehejubiläen können mit der Feier des Abendmahles verbunden werden.

- Zulassung:

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist die Teilnahme von Kindern seit 1984 möglich. Nach einer Erprobungsphase wurde die Lebensordnung 1991 entsprechend geändert.

In dem entsprechenden Abschnitt ist auch die Teilnahme von Nichtgetauften, Nichtmitgliedern und Christen und Christinnen einer anderen Konfession geregelt. Es heißt dort unter IV/7:

Alle, die am Gottesdienst in der Gemeinde teilnehmen, sind durch Jesus Christus zum Abendmahl eingeladen.
Die Teilnahme am Abendmahl im evangelischen Gottesdienst setzt in der Regel die Taufe und die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche voraus.
Da Christus selbst Gastgeber ist und zu seinem Mahl einlädt, können auch Angehörige anderer christlicher Konfessionen am Abendmahl in der evangelischen Kirche teilnehmen. Kinder sollen entsprechend ihrem Alter auf die Teilnahme am Abendmahl vorbereitet werden. An der Vorbereitung sollen sich Eltern und Paten, Kirchenvorstand und Pfarrer/Pfarrerin beteiligen.
In der Regel sollen die Kinder das Grundschulalter erreicht haben.
...Sie werden nach Möglichkeit von ihren Angehörigen begleitet....
Auch wer nicht getauft ist und das Abendmahl empfangen will, ist willkommen.

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Absage an den Teufel

(lat.: Abrenuntiation) Das frühe Christentum kannte über Jahrhunderte wohl nur die Erwachsenentaufe, zumindest gibt es keine eindeutigen Belege für die Taufe von Kindern. Der Taufe ging eine lange (manchmal jahrelange) Vorbereitung auf die Taufe voran. Die Taufe selbst war dann eine Art Herrschaftswechsel aus der Herrschaft der Sünde in den Herrschaftsbereich Christi. Dieser Wechsel kam innerhalb der Taufliturgie in der Absage oder Lossagung von der alten Herrschaft und dem Bekenntnis zur neuen Herrschaft zum Ausdruck.

Die katholische, aber auch die lutherische Taufliturgie kennt bis zum heutigen Tag dieses Element der Taufliturgie, wobei diese Absage stellvertretend für das zu taufende Kind von den Eltern und Paten erteilt wird. In Luthers Taufbüchlein von 1526 etwa ist vorgesehen, dass die Paten auf die an das Taufkind gerichteten Fragen ("Entsagst du dem Teufel?",& "Und allen seinen Werken?", "Und all seinem Wesen?") antwortet. Daran an schließen sich die Fragen nach dem Glauben an den dreieinigen Gott.

Unser heutiges Verständnis wird sich in der Regel schwer tun mit einer Personifizierung des Bösen in Gestalt des Teufels. Trotzdem gehört es auch zur Lebenswirklichkeit des neuzeitlichen Menschen, dass das Böse immer wieder in diese Welt und in unser Leben einbricht, dass wir uns - vielleicht sogar zunächst unbemerkt - darauf einlassen oder entsprechenden verlockungen erliegen. Ein sich bewusstes Abgrenzen vom Bösen macht deshalb auch heute Sinn. Es sollte dabei aber nicht bei dem abstrakten Sammelbegriff bleiben, sondern konkretisiert werden. In dieser Entfaltung ist die Absage an das Böse innerhalb des Taufgottesdienstes dann ein Stück Bewusstmachung der ethischen Dimension der Taufe und der mit der Taufe verbundenen Verantwortung für Eltern und Paten.

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Advent

Mit dem ersten Advent beginnt das Kirchenjahr. Die vierwöchige Adventszeit ist von ihrem Sinn her eine Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest und war deshalb auch mit Fasten verbunden.
Das lateinische Wort "Advent" bedeutet "Ankunft" und meint nicht nur die Rückschau auf die Geburt Jesu, sondern vor allem auch die Vorschau auf das kommende Reich Gottes. Darauf beziehen sich in der Adventszeit auch die meisten Predigttexte. Entsprechend trägt die Adventszeit auch die liturgische Farbe Violet, die Farbe der Buße.
Mit dem ersten Adventssonntag ist in der evangelischen Kirche der Beginn einer neuen Aktion Brot-für-die-Welt verbunden.

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Altar

Der Altar ist der Tisch für den Gottesdienst, um den sich die Gemeinde versammelt. Er ist der Ort der Nähe Gottes, der Ort des Gebetes und der Feier des Abendmahls. Fast jede Kirche ist so gebaut, dass der Blick der GottesdienstbesucherInnen auf den Altar nach Osten weist, weil dort die Sonne aufgeht und in der Bibel erzählt wird, dass die Freundinnen und Freunde Jesu am Ostermorgen bei Sonnenaufgang das leere Grab des auferstandenen Christus entdeckten. So erinnert jede Kirche an die Auferstehung Jesu. Im Osten aber liegt - zumindest etwas vergröbert aus europäischer Perspektive - Jerusalem, der Ort der Kreuzigung Jesu, die theologisch oft als Opfertod gedeutet wird: Jesus ist sozusagen das letzte Opfer, in Jesus opfert sich Gott selber als Ausdruck der liebenden Vergebung.

Von daher wird der Altar nicht nur als Opfertisch verstanden, er hat daher auch seinen Namen, den "alta ara" (lateinisch = Altaraufsatz) meint im heidnischen, alttestamentlichen, griechischen und römisch-katholischen Gottesdienst die Opferstätte.

Die christliche Tradition hat neben der reinen Tischform weitere Altarformen hervorgebracht, wie etwa im 14. Jahrhundert der Flügelaltar mit seinem Schnitzwerk und bildlichen Darstellungen. Zu unterschiedlichen Anlässen konnten damit unterschiedliche Darstellungen gezeigt werden.

Daneben gibt es den sogenannten Hochaltar, dessen optischer Mittelpunkt oft ein Gemälde oder eine plastische Darstellung bildet, dessen Besonderheit aber auch im architektonischen Rahmen liegt. Mitunter sind solche Altäre wie Stadt- oder Schlosstore gestaltet und erinnern damit an die Himmelspforte, durch die die abgebildeten biblischen Figuren und Heiligen bereits eingegangen sind und durch die auch die Gläubigen dereinst schreiten werden.

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Amtshandlung

Unter kirchlichen Amtshandlungen werden gottesdienstliche Handlungen verstanden, die Christinnen und Christen an lebensgeschichtlich relevanten Stationen begleiten. In erster Linie sind dies die Taufe, die Konfirmation, die kirchliche Trauung, sowie die kirchliche Bestattung. (Siehe hierzu auch: Dimissoriale)
Es können aber auch Segenshandlungen zu anderen Gelegenheiten, wie etwa der Annahme eines (bereits getauften) Kindes, anlässlich eines Umzugs, Ehejubiläen u.a.m. sein. Auch das Haus- oder KrankenAbendmahl gehört hierzu.

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Apokryphen

Als apokryph (griechisch = verborgen, geheim, vom gottesdienstlichen Gebrauch ausgeschlossen) werden diejenigen Schriften bezeichnet, die zum Überlieferungsbestand sowohl des alten, als auch des neuen Testamentes gehören, aber im Prozess der Zusammenfassung ausgesondert wurden und deshalb heute nicht mehr zu den biblischen Schriften gehören.

Im Bereich des Alten Testamentes sind dies all jene Schriften, die im Zeitraum zwischen 200 v. Chr. und 100 n. Chr. entstanden sind. Da diese Schriften zur Zeit der ersten lateinischen Bibelübersetzung noch zum Bestand der alttestamentlichen Bücher gehörten, wurden sie auch in diese für den Katholizismus bis heute Normcharakter besitzende Übersetzung aufgenommen. Martin Luther hat sich demgegenüber bei seiner deutschen Bibel auf hebräische Bibeln bezogen, aus denen sie bereits ausgesondert waren. Luther bezeichnete diese Bücher als "der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen". So kommt es, dass bis zum heutigen Tag katholische Bibelausgaben im ersten Teil umfangreicher sind, als evangelische Übersetzungen.

Darüber hinaus gibt es aus der schriftlichen Tradition des biblischen Judentums noch weitere, vor allem apokalyptische Schriften, die weder zum jüdischen, noch zum christlichen Kanon (maßgebliche Sammlung) gehören.

Auch zum Neuen Testament gibt es apokryphe Schriften, und zwar Evangelien, Apostelgeschichten, Briefe und Apokalypsen. Sie sind im 2. bis 4. Jh. n. Chr. entstanden und wurden entweder aufgrund ihrer späten Entstehung, oder ihrer unklaren Herkunft, oder ihres Gebrauchs in herätischen Gruppen ausgesondert.

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e.V. wurde 1948 gegründet, um die ökumenische Zusammenarbeit in Deutschland zu Fördern. Ihr gehören neben der Evangelischen und der römisch-katholischen Kirche in Deutschland auch orthodoxe Kirchen, freie evangelische Gemeinschaften wie die Mennoniten, die Methodisten, die Heilsarmee, der Bund freikirchlicher Gemeinden oder die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche an. Ferner gehört auch die Arbeitsgemeinschaft Anglikanisch-Episkopaler Gemeinden und das Katholische Bistum der Alt-Katholiken dazu. Weitere kirchliche Gemeinschaften haben gast- oder Beobachterstatus. Die ACK bildet mit insgesamt 17 Mitgliedskirchen und 6 Gastnitgliedern ein breites Spektrum der Ökumene in Deutschland ab und ist damit der Nationalen Kirchenrat für Deutschland.

Auferstehung

Die Rede von der Auferstehung Jesu, bzw. allgemein der Toten, gehört einerseits zum Kern christlicher Glaubensaussagen, und andererseits für den naturwissenschaftlich geprägten Menschen zu den vielleicht schwierigsten Aussagen überhaupt.
Kann es so etwas überhaupt geben? - so fragen viele und begreifen dabei Auferstehung als ein Geschehen, dass der Vernunft und den naturwissenschaftlichen Gesetzen wiederspricht. Aber geht es dabei denn tatsächlich um ein 'Geschehen'?

In der jüdisch-biblischen Tradition ist mit Auferstehung im Sinne von Auferweckung ein Handeln Gottes für Israel gemeint: Gott wird Israel wieder einen Befreier wie einst Mose erwecken, der das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten in die Freiheit führte (2. Mose 1-20), oder einen König wie David, unter dessen Herrschaft Israel seine größte Blühte erlebte (2. Samuel 2-7). Es geht dabei also nicht um die Auferstehung einer einzelnen Person, sondern um das liebevolle, rettende Handeln Gottes. Dieses Handeln Gottes steht auch noch im Mittelpunkt, als die Vorstellungen sich später verändern und Jesus und manche seiner Zeitgenossen mit der individuellen Auferstehung rechnen.

"Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, ... uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

schreibt der Apostel Paulus (Römerbrief 8, 38+39) und betont dabei wiederum Gottes liebevolle Handeln. Dieser Liebe aber - so die durchgängige Botschaft der Bibel - sind keine Grenzen gesetzt.
Dementsprechend geht es in jenen Geschichten, in denen der auferstandene Christus seinen Freundinnen und Freunden begegnet, auch stets um den Erweis der Liebe. Im Hintergrund vieler dieser Geschichten steht das Abendmahl, so zum Beispiel bei der Begegnung zweier Jünger auf dem Weg nach Emmaus (Lukas-Evangelium 24, 13-35). Und in dem Mahl vergewisserten sich die frühen Christen der Liebe Gottes.
Auferstehungsglaube ist also das Vertrauen auf Gottes Liebendes Handeln an uns - im Leben, wie im Tod. Dieses Vertrauen aber durchzieht die ganze Botschaft Jesu und sein Handeln.

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Aktualisiert: 12.05.2016
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